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August 2001 www.RockSzene.de - CD Besprechung

Roland Loy "pushed & pulled"
CD, Album, LOYworld Records

Mit seinem aktuellen Album "pushed & pulled" beschreitet Roland Loy auch weiterhin konsequent den Weg, den er mit dem Vorgänger "Orlando" 1999 eingeschlagen hat. Künstlerische Unabhängigkeit, Innovation und Inspiration kontra vermeintlich massenkompatiblem, designtem und jederzeit austauschbarem Trendprodukt-so könnte man Roland Loy´s Musik und Produktionen auf den Punkt bringen. Und wer jetzt glaubt, dass hier ein bedeutungschwangeres und zudem schräges Werk Kunst im Player rotiert, zu dem nur eine Minderheit von Insidern Zugang zu finden vermag, irrt gewaltig. Wer auf die Musik international bekannter Acts wie Sting, Tori Amos, Peter Gabriel oder Kate Bush steht, wird mit Roland Loy und dieser CD sehr viel anfangen können. "Es verbindet sich die leichte Eingängigkeit der Pop-Musik mit innovativen Ideen und lässt daraus eine Grenzen auflösende Mischung entstehen", so steht es in der Presseinfo zu "pushed and pulled". Zugegeben, das klingt etwas "geschwollen", trifft es aber. Jazz, Ethno, Pop und Rock, die beiden letzteren Stilrichtungen gerne mit dem Zusatz "Art" versehen-aus diesen Elementen setzen sich die zehn Songs der CD zusammen. Die Produktion klingt sehr ausgereift und ausgewogen-wirklich schöne und stimmungsvolle kleine Kunstwerke hat Loy in einfacher Instrumentierung (Piano, Gesang, Akustikgitarre, Drum-Samples) geschaffen, die besonders jetzt, im sich dem Ende neigenden Sommer, eine ganz besondere Wirkung auf den empfindsamen Hörer haben können. Am Ende eines heißen und hektischen Tages, wenn alles zur Ruhe kommt, es langsam dämmert, die Luft angenehm kühl wird man sich einfach rundum gut und zufrieden fühlt, wird "pushed & pulled" zum Soundtrack des eigenen Films in der eigenen Fantasie. Jenseits von hier und jetzt, fernab der Großstadt, vom Business, da, wo morgens niemand das Radio anmacht und auch der Fernseher aus bleibt-den ganzen Tag, die ganze Nacht...

Der Weg zum Album "pushed & pulled"
Roland Loy im Interview - August 2001

Der hannoversche Sänger und Komponist Roland Loy präsentiert sich auf seiner neuen CD "pushed & pulled" wiedereinmal als vielschichtiger Musiker und vereint Elemente aus verschiedenen musikalischen Richtungen zu einem interessanten, individuellen Hörerlebnis. Frauke Rauner sprach mit Roland Loy am 17.07.2001 in Hannover:

Rockszene.de: Vor ungefähr drei Wochen hast du deine neue CD "pushed & pulled" fertiggestellt. Bist du zufrieden?

Roland Loy: Die CD ist wesentlich besser gelungen als ich dachte. Ich bin begeistert vom Sound und dem sehr musikalischen Charakter.

Rockszene.de: Ursprünglich war doch geplant, die CD schon letztes Jahr im Sommer zu veröffentlichen. Warum erst jetzt?

Loy: Letzten Sommer hatte ich schon fünf Songs fertig und arrangiert, geriet jedoch ins Grübeln, weil der Sound auf Grund gleicher technischer Voraussetzungen ähnlich wie beim Vorgängeralbum "Orlando" war. Somit ließ ich die ganze Sache erst einmal ruhen, auf der Suche nach neuen Ideenquellen.

Rockszene.de: Im Herbst 2000 hattest du zusammen mit akustischer Besetzung einen Gig im Faust. War diese neue Besetzung eine der Ideenquellen?

Loy: Bestimmt. Es entstand ein neuer, anderer Aspekt in den Songs durch den akustischen Sound. Diese Ebene war lebendig, spielerisch. Einige Tage später spielte Gitarrist Ulrich Rode für die fünf Songs die Akustikgitarre ein. Darauf sollte nun aufgebaut werden.

Die Sängerin Sabine Roth ließ ich nun einige Passagen einsingen. Sie hat einen speziellen Sound in der Stimme, der mir gefiel und die neue, andere Klangfarbe der Songs unterstützte. Diesen akustischen Sound wollte ich nun noch weiterbringen. Es sollte noch sphärischer, akustischer werden. Das theatralische Element sollte in dieser Art von Sound ausgebaut werden.

Rockszene.de: Ende vergangenen Jahres hast du dein gesamtes Equipment umgekrempelt. Wieder eine Möglichkeit zum neuen Sound!?

Loy: Ja, ich bunkerte mich daraufhin mit dem neuen Equipment ein, erforschte dessen Soundmöglichkeiten und hatte im Februar erste brauchbare Ergebnisse an den fünf besagten Songs vorzuweisen. Außerdem schrieb ich noch zwei neue Songs.

Rockszene.de: Auf der CD finden sich auch zwei "alte" Songs von der vorherigen CD "Orlando". Warum hast Du die noch dazugenommen?

Loy: Ich hatte nun die alten Songs im neuen Gewand und somit einen guten Vergleich, was sich musikalisch getan/geändert hat.

Rockszene.de: Du hast diesmal nicht nur das Mastering (wie bei "Orlando") sondern auch den gesamten Mix Horst Schnebel im Studio17 in Mannheim überlassen.

Loy: Ja, zuerst versuchte ich, die Sachen wieder selbst zu mixen, erlangte aber nur unzufriedenstellende Mixergebnisse und hatte das Gefühl, mich im Kreis zu drehen. Folglich fasste ich den Entschluss, die Sachen von Horst mixen zu lassen. Nach Ostern sollte es dann auch schon losgehen. Ich schrieb noch einen Song, der mehr aus Spaß an der Freude entstand, auf den Horst letztlich jedoch total abfuhr. Wir mischten noch einige Synthiesounds dazu und so war der Song "questions & answers" geboren.

Nach dieser Produktion war mir eine neue Tür geöffnet und auf diesem Weg arbeite ich nun auch weiter. Ich bin neugierig und ungeduldig. Es ist soviel möglich und ich möchte noch viel ausprobieren. Mal sehen, was sich in dieser Art von Sound noch alles entdecken lässt.

Rockszene.de: Bist du dann vielleicht mal wieder live mit einem Bandprojekt zu erleben?

Loy: Darüber bin ich mir noch nicht schlüssig. Möglicherweise werde ich Ende des Jahres wieder ein Bandprojekt starten. Jedoch ist noch nicht geklärt, welche Art von Performance dazu kommt, zu der die Musik passt. Ich will das Tiefsinnige der Musik nicht reduzieren, also gehört eine dementsprechende Performance dazu.

Rockszene.de: In diesem Zusammenhang eine Frage zum Cover der CD: Das Booklet beschränkt sich auf Porträtfotos, die übliche Songauflistung- auf Songtexte oder ähnliches wurde verzichtet. Warum diese Variante?

Loy: Für die Fotosession ist der junge Fotograf Kay Riechers verantwortlich. Der Typ hat sehr viel Auge für´s Persönliche und das war mir bei dieser Produktion sehr wichtig. Das Cover ist bewusst einfach gestaltet, um u.a. aufwendige und lästige Faltaktionen zu vermeiden.

Rockszene.de: Vorne auf dem Cover sieht man zwei gegensätzliche Bilder von dir nebeneinander. Auf der "Orlando" findet man lediglich ein kleines Bild von dir.

Loy: Die Zweifachheit der Titel wird mit den zwei verschiedenen Fotos verdeutlicht (heaven & earth, questions & answers, pushed & pulled), das Zweigespaltene der Musik . Außerdem wollte ich mich diesmal bewusst als Person und/oder Künstler darstellen und die Distanz, die noch bei "Orlando" herrscht, durchbrechen. Auch für die Zukunft werde ich so oder ähnlich weiterarbeiten, mich inspirieren lassen und weiterentwickeln. Der Prozess ist für mich das Interessante am Leben bzw. in der Musik, nicht der Stillstand.

August 2001 MagaScene CD Besprechung

Roland Loy "pushed & pulled"
CD, Album, LOYworld Records

Roland Loy ist ein kreativer Mensch, ein Musiker, der sich stilistisch gerne beeinflussen lässt und eine Vorliebe für nordamerikanische Singer-Songwriter pflegt. Sein - sehr amerikanisches - Album "Pushed & Pulled" ist ein relativ leichtfüßiges Werk. CD in den Player legen, Lautsprecher an und Augen schließen - Loy lädt ein zur Reise nach Phantasy-Island. Oder sonst wo hin. Der Hörer wird entführt - wenn er sich auf die schönen Songs einlässt. Während draußen schwül-heißes Wetter herrscht, sorgen die offenen Fenster für Durchzug. Und zu diesem leichten Wind diese Musik... Schönes Album!

25. September 2000 - RockSzene.de zum Auftritt im FAUST/Hannover: Loy live

Live-Konzerte mit Roland Loy waren bisher als Rarität einzustufen. Rockkonzerte "von der Stange" bei denen mit einer Standard-Besetzung bestehend aus Schlagzeug, Gitarre, Bass, Keyboards und Gesang von Club zu Club und Halle zu Halle gezogen wird, passen weder zu Loy´s sehr individueller Künstlerpersönlichkeit noch zu den sehr eigenwilligen und anspruchsvollen Kompositionen des Musikers.
Es gibt viele Bands die stolz auf ihre musikalische Vielfalt verweisen und die Verbringung in eine stilistische Schublade ablehnen. Bei Roland Loy liegt die Sache allerdings in einem ganz extremen Bereich, der kleinste gemeinsame Nenner ist – da legen wir uns mal fest – Progressiver Rock.Nun haben wir die Zielgruppe festgelegt und auch getroffen. Freunde anspruchsvoller und fortschrittlicher Rockmusik waren am Samstag Abend in der Warenanahme der Faust zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
In einem sehr stilvollen und gediegenen Ambiete spielte Loy ein unplugged Konzert mit nicht ganz alltäglicher Bandbesetzung. Akustik-Gitarre, E-Bass, Trompete/Flügelhorn, zweistimmiger weiblicher Chorgesang, dazu Roland´s Leadgesang und Piano – Eine wahre Herausforderung für jeden Arrangeur und Musiker.Das gut 90-minütige Programm bot somit einen hochinteressanten Querschnitt aus vielen brandneuen Stücken und Titeln der aktuellen CD "Orlando". Die Darbietung des gleichnamigen Songs geriet dabei zum absoluten Höhepunkt des Abends. Aus dem Off erschien plötzlich die Performerin Inga Siebel und legte eine perfekt zur Musik sychronisierte Pantomime hin. Der starre Ausdruck ihres bleich geschminkten Gesichts erinnerte an eine Gruselfigur vom Schlage eines Michael Myers aus den Halloween-Filmen. Katzenartig pirschte Siebel über die Bühne, schlich wie ein Vampir um die Musiker herum. Schließlich entledigte sie sich ihres schwarzen Anzuges und der Krawatte um sich langsam vom Mann zur Frau zu verwandeln. Unterlegt wurde die Musik von gespenstisch anmutenden, metallischen Gesangslauten von Sabine Roth und Katrin Friedrich.
Diese Portion Rocktheater erinnerte im Ansatz an Elemente früherer Shows von Genesis oder Pink Floyd. Das Publikum quittierte diese Einlage mit lang anhaltendem Beifall.
Anschließend gab es einen Ausblick auf das neue Songmaterial der neuen CD, die sich gerade im Produktionsstadium befindet. Songs wie "Crown of creation", die zum Teil erst vor wenigen Tagen entstanden sind und heute Live-Premiere hatten, geben erste deutliche Hinweise darauf ab, dass der erfolgreiche und von Kritik und Publikum gleichermaßen viel beachtete Longplayer "Orlando" sogar noch getoppt werden könnte.
Roland Loy und seine hochkarätig besetzte Band haben mit diesem Konzert den Beweis erbracht, dass die differenzierte Darbietung der anspruchsvollen und intensiven Songs gerade auch Live ein optisches und akustisches Erlebnis der besonderen Art ist.
Andreas

12.05.2000 Mukkelpu Musik über Roland Loy:

Beeindruckender Künstler, der abseits des Mainstreams seine Interpretation von Rock glaubhaft rüber bringt.
Äusserst interessant, was Roland Loy in seinen Songs bietet. Finstere Zeitgeister werden ihm vielleicht starke 70er Anleihen vorwerfen, aber mal ehrlich, kann es 2000 gute Musik geben, ohne dass man von den 60ern oder 70ern beeinflusst ist? Für anspruchsvolle und interessierte Hörer erschliesst sich mit Roland Loy ein Künstler, dessen Sound eine eigenwillige Interpretation von Rockmusik ist. Aus einer Songwritertradition kommend entwickelt er seinen Sound zu einem Gesamtwerk, das thematisch und musikalisch sehr ambitioniert und professionell dargeboten wird. Ein Künstler, dessen Weg man als Freund "gehobener" Rockmusik unbedingt verfolgen sollte.

Besonic.com - Kathy Kerner:

Independence is the courage to stand alone - Dieses Motto steht ganz klar hinter jedem der 10 ungewöhnlichen Songs dieser CD, die bei einem mehrjährigen USA Aufenthalt entstanden sind und mit einer interessanten Mischung zwischen Eingängigkeit und Komplexität aufwarten! Die eigenwilligen Arrangements erzeugen eine besondere Atmosphäre in die Roland seine Stimme einprägsam eingebettet hat. Wer genauer hinhört findet in den Texten eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema Kommunikation wieder, "Trust" - "Balance" - "When we meet"; dann wird es philosophischer mit "It's not what I keep, it's what I can't give away", oder einfach entspannend mit "Orlando". Bisher eher als Gesangslehrer bekannt geworden zeigt Roland hier eindrucksvoll, dass er kann was er lehrt! Im Internet Vertrieb direkt zu bestellen unter: www.loyworld.de - Hörenswert!

Andreas Haug (RockSzene.de) über Orlando:

Roland Loy ist ein aussergewöhnlicher Künstler und hat mit seinem Album "Orlando" ein ganz besonderes Stück Musik veröffentlicht. Die 10 Songs dieser CD können dabei nicht den herkömmlichen Genres zugeordnet werden, daher hier nur ein Einblick auf das, was sich der interessierte Konsument anspruchsvoller Rockmusik auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
Rockmusik ? Ja, Basis der Songs ist Rock-im klassischen Sinn. Wir erleben interessante, z.T. vertrackte Rhythmen, schöne aber nicht aufdringliche Melodien und spüren über das gesamte Werk eine starke Intensität. Eine CD wie "Orlando" hätten wir am ehesten einem Musiker wie Peter Gabriel zugetraut. Ein ambitioniertes Projekt, allerdings ohne exotische, weltmusikalische Instrumentierung. Ein-hervorragend programmierter-Drumcomputer und das jazzig inspirierte Pianospiel Roland Loy's bilden das Fundament für die Stücke. Mehr braucht es nämlich nicht um Loy's facettenreicher Stimme den Raum zur vollen Entfaltung zu bieten. Und da wird nicht gekleckert, sondern geklotzt: Mehrstimmige, sehr effektvoll arrangierte vocals, ein wenig vielleicht wie Jon Anderson von Yes oder die frühe Ausgabe von Marillion mit dem charismatischen Sänger Fish Anfang bis Mitte der 80 er.Und dann sind da noch ein paar Gitarreneinwürfe á la Steve Hackett. Progressive Rock ? Nein, das ist "Orlando" nun eigentlich auch wieder nicht, obwohl Loy ausgetretene Pfade verlässt. Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen. Gut, dass Roland Loy den Sprung ins Wasser gewagt hat. Wir wünschen ihm auf seinem Weg viel Glück.Ein wirklich spannendes Album!

RockNews Nr. 59 - Edu Wahlmann

Diese CD ist wahrlich anders als der schnöde Einheitsbrei, der einem jeden Tag vorgeworfen wird. Sie ist außergewöhnlich, d.h. außergewöhnlich interessant und außergewöhnlich schön anzuhören. Roland Loy - die meisten kennen ihn als Gesangslehrer - hat die CD komplet eigenhändig aufgenommen, alle Instrumente selber gespielt und - natürlich! - alle Gesangslinien selber gesungen. Heraugekommen sind dabei interessante, manchmal komplexe Songs mit interessanten Harmonien und Arrangements. Trotz dieser "Kopflastigkeit" sind die Stücke eingängig und aus einem Guß. Außer vom hervorragenden Gesang sind die Stücke von Rolands Pianospiel geprägt. Die Musik erinnert mich ein wenig an Tori Amos, Bruce Hornby oder gar an Kate Bush. Respekt! Roland Loy beweist sein Können als Sänger, Komponist und Instrumentalist eindrücklich. Ich habe lange keine CD mehr zu hören bekommen, die meine Aufmerksamkeit so auf sich gezogen hat. Bleibt nur zu hoffen, dass man Stücke wie Trust oder Density auch mal im Radio hören kann. Zu gönnen wäre es Roland. Noch viel mehr wäre es den Radiohörern zu gönnen.

Interview

Roland Loy im RockNews-Interview:

"Orlando" - die neue CD von Roland Loy beweist, dass Qualität nicht nur vom großen Plattendeal abhängig ist! 10 außergewöhnliche Songs entführen die Ohren in eine Welt zwischen gefühlvollen Melodien und archaisch anmutenden Rhythmen. Wer Roland Loy bisher nur als Gesang-Lehrer kannte oder als Workshop-Dozent hat hier die Möglichkeit seine Stimme zu erleben wie er sie selbst am intensivsten zum Ausdruck bringen kann, begleitet von seinen eigenen Songs.

RN: Beim ersten Hören stimmen deine Songs sehr nachdenklich, war das beabsichtigt oder liegt es an der speziellen Songauswahl?

RL: Ich weis selbst nicht genau warum, aber meine Songs bekommen sehr schnell diese Stimmung! Ich habe versucht mit den ausgesuchten 10 Songs viele unterschiedliche Facetten davon fest zu halten.

RN: Du hast alles selbst eingespielt und programmiert und auch unter deinem eigenen Label herausgebracht...

RL: Ja, ich habe alles selbst gemacht, von den Songs bis zur Covergestaltung.

RN: Warum?

RL: 3 Jahre lang hatte ich über die EMI Music in Hamburg viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit, die mir sehr viel gebracht haben. Ich bekam einige gute Produzenten an die Hand, konnte in guten Studios aufnehmen, lernte viel vom Business kennen und einschätzen. Ich bin viele Kompromisse eingegangen, hab dabei sehr viel gewonnen aber auch sehr viel eigene Vorstellungen verworfen. Am Ende hat es dann doch nicht gereicht, das war schon sehr frustrierend! '97 lief mein Vertrag aus und ich spürte eine intensive Erleichterung. Das war kurz nachdem wir nach USA umgezogen waren und nutzte die Chance um erstmal richtig Abstand zu allem zu gewinnen.

RN: Du warst fast 3 Jahre in den Staaten.

RL: Ja, das war eine tolle Zeit, mit unglaublichen Möglichkeiten für mich. Meine Musik ist immer schon sehr amerikanisch gewesen doch erst dort hab ich vieles richtig verstehen können. Die Leichtigkeit der Popmusik hat in Amerika einen ganz anderen Stellenwert als hier, bei uns ist alles so furchtbar kopflastig. Das Leben steht nicht unter so einem großen Leistungs-Druck, das ist die wahre Freiheit dort. Auf der anderen Seite ist Geld der einzige Wertmaßstab der Amerikaner.

RN: Hast Du dort auch Auftritte gehabt oder in Bands gespielt?

RL: Nein! Daran hatte ich zunächst kein Interesse. Ich wollte ganz frei sein! Unabhängig von Unterordnungen und endlich mal ganz meinen eigenen Stil finden, was ja auch geklapt hat!

RN: Die Songs der CD sind also altes Material von "Drüben"?

RL: Nein, nicht ganz! Vier neue Songs sind dabei, die ich Anfang des Jahres hier in Hannover geschrieben habe. Insgesamt ist diese CD für mich ein Zeichen von Unabhängigkeit. Ich habe die Songs erstmal so gemacht wie sie mir gefallen und sie kommen meinen persönlichen Idealvorstellungen sehr nahe. Ich bin sehr zufrienden mit dem Ergebnis und hoffe jetzt natürlich, dass es auch noch vielen Anderen gefallen wird!

RN: Die Texte sind sehr esoterisch angehaucht!

RL: Die Lyrics sind das Ergebnis einer sehr intensiven Suche nach den richtigen Worten für meine Art Songs zu schreiben. Ich suche überall die grösstmögliche Intensität. Ich bin kein Freund von Oberflächlichkeiten, intensive, künstlerisch orientierte Arbeit, das gefällt mir. Trotzdem bin ein Rocker, das war immer schon das Problem, dass ich die Extreme mag! Gefühlvoll und trotzdem hart, schräg und auch noch gehaltvoll, das ist nicht immer ganz leicht nachzuvollziehen.

RN: Du machst nicht erst seit Gestern Musik, deine erste CD ließ ganz schön auf sich warten!

RL: Das brauchte eben seine Zeit! Der gute Song allein ist es nicht, das Profil muss stimmen, alles muss zusammen passen, das musste erst heranreifen. Ich bin voller Tatendrang und das Internet bietet interessante Möglichkeiten, die ich nutzen werde. Im Cyberspace ist die Konkurenz nicht unbedingt kleiner, aber das Verhältnis zwischen Musiker, Publikum und Plattenfirma wird direkter. In wieweit das kontrollierbar ist wird sich zeigen.

RN: Du hast auch eine eigene Homepage - www.loyworld.de - Was steckt dahinter?

RL: LOYworld steht einfach für das was ich persönlich tue, nicht nur als Musiker, sondern auch als Gesang-Lehrer und Dozent. Ich sehe meine Homepage einmal als Informationsquelle für alle, die sich über meine Aktivitäten auf dem Laufenden halten wollen, doch es ist außerdem ein neuer und interessanter Weg persönliche Kontakte zu pflegen!

RN: Was wirst du als nächstes Tun?

RL: Die Hauptarbeit beginnt erst jetzt. Ich will "orlando" natürlich verkaufen, will auch möglichst bald die nächste CD aufnehmen, das muss finanziert werden. Ich will auch verstärkt auftreten mit den Songs, allerdings nicht in fester Bandbesetzung, und sehe mich gerade nach Musikern um die mit mir zusammenarbeiten wollen!

RN: Was steckt hinter dem Titel "Orlando", eine Homage and Disneyworld?

RL: Nein! Orlando ist eine Person! Bei einem Besuch in einem Coffee-Shop in New Mexico hang dort direkt neben mir an der Wand so ein kleines Poster mit Informationen über den Namen Orlando, die ich mir sofort notierte. Es ist der Ursprung meines Namens Roland. Ich habe diese Auflistung von Charakteristika einfach zusammengestellt und als Grundlage für diesen Song genommen. Auch Virginia Wolf's Romangestalt Orlando habe ich ein wenig hineingefärbt und ein wie ich finde sehr interessantes Ergebnis erhalten.

RN: Vielen Dank für das Gespräch!

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